Kleine Winterflucht

Ich hoffe, ihr, meine sehr verehrten Leserinnen und Leser, habt die Feiertage gut überstanden? Wieder einmal ohne Schnee, dafür mit umso mehr gutem Essen und viel sozialer Interaktion? Nun denn, ich hab hier was für alle, denen die graue Nebeldecke trotzdem (haha, witzig, gä) auf den Kopf fällt und die die Sonne bitter nötig haben. Falls ihr vorhabt, nach St. Moritz zu fahren: lasst es nach dem Julierpass links liegen und fahrt rechterhand weiter Richtung Italien. Da ganz hinten im Tal liegt dann das Dörfchen Maloja. Gönnt euch 2-3 Tage dort, ihr werdet es nicht bereuen. Wir starten mit einem herrlichen Blick auf den Piz Lagrev: img_2695

Ich behaupte, es gibt mehr Betten für Touristen als für Einheimische in Maloja, was charmetechnische Auswirkungen hat, aber ist halt so. Tenderoni und ich übernachteten im Hotel Schweizerhaus und waren sehr zufrieden. Die Zimmer sind blitzsauber, kuschlig warm und – in diesem Fall – mit einem Badezimmer doppelt so gross wie das zu Hause ausgestattet. Das Frühstücksbuffet ist vom Feinstens: frische Eier, verschiedene Brote, schöne Käse- und Aufschnittplatten, Fruchtsalat mit frischen Früchten, selbstgemachte Konfitüren und Schweizer Honig. Da bleiben nur Luxuswünsche offen wie ein bisschen rohes Gemüse, Hummus, Avocado oder frisch gepressten Saft. Aber lug:

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Wenn Schnee liegt, solltet ihr unbedingt von Maloja nach Sils am Ufer des Sees entlang spazieren (ca. 2h). Da eher schattig und manchmal eisig, empfiehlt sich gutes Schuhwerk und ein zügiger Schritt. Sollte der See gefroren sein, spaziert ihr auf dem Eis wieder zurück. Wenn kein Schnee liegt, fahrt ihr zum Muottas Muragl und läuft einmal die Runde:

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(innerlich hat er gelächelt)

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Solltet ihr aus irgend einem undenkbaren Grund trotzdem in St. Moritz untergebracht sein (ihr Armen!), fahrt die Viertelstunde nach Maloja und esst im Restaurant Bellavista. Weil, was Heribert und Annemarie hier leisten, ist GANZ GANZ GROSSE KLASSE. Das müssen so viele Grossbuchstaben sein, weil ich mag keine Ausrufzeichen. Ein paar wenige Tische, er kocht, sie macht den Service. Mein Znacht des Jahres 2016. Jedes Gericht ist mit grosser Sorgfalt gekocht und präsentiert, die Zutaten aus der Region und die Würste? Die macht Heribert allesamt selbst, ist schliesslich ein Metzgersohn. Und das Beste? Dieser tolle Mensch macht auch sensationelle Desserts. Ich bestelle nie Caramelchöpfli, weil die sind immer zu gummig, zu süss, zu geschmacklos. Aber nach dem Essen im Bellavista wusste ich, die werden schmecken. Hier abgebildet sind die letzten süssen Grüsse aus der Küche, hausgemachte Pralines. Für mehr Fotos hat es nicht gereicht, das Essen und die Bewirtung waren zu gut um das Handy hervorzuholen.

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Nächstenstags ging es mit der Superlative gleich weiter. Ebenfalls dank des wenigen Schnees konnten wir den Sentiero Segantini begehen. Ein etwa zweistündiger Spaziergang mit atemraubenden Aussichten ins Bergell. Fantastisch.

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Das Bündnervolk ist nicht für seine offene Herzlichkeit bekannt und ich versuche immer wieder, mich davon nicht einschüchtern zu lassen. Aber von Natur aus schaue ich nun mal lieber in Gesichter, die auch lachen und einen Witz ohne versteinerte Miene erzählen können. Aber vielleicht ertragen sie auch einfach uns plappernden Zürcher nicht, die wir nicht einfach sitzen und schweigen können.

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Und wer, wie gesagt, das Unglück hat, in St. Moritz bleiben zu müssen, sollte sich unbedingt beim HAUSER etwas Gutes tun, wie z.B. Pizokels oder Älpler Rigatoni essen. Und bei einem kleinen Verdauungsspaziergang am Ende des Sees die Vorboten der Engadin Art Talks anschauen:

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Und wer wie ich gerne in kleinen Läden stöbert, die regionale Produkte verkaufen, sollte zurück in Maloja unbedingt in der Latteria einkaufen. Da gibt es eine schöne Auswahl an Mehl, Pasta, Konfitüren, Honig, Gebäck, Käse und Würsten.

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Über einen Tag im Schnee, Dampf und Wasser im Pizol habe ich HIER geschrieben.
Über die wunderschöne Murgsee-Wanderung habe ich HIER geschrieben.
Über die zweitätige Wanderung von der Griesalp nach Kandersteg habe ich HIER geschrieben.
Über die wunderschöne Route ab Grimsel Hospiz habe ich HIER geschrieben.
Und über eine wunderschöne Schneehschuwanderung ob Chur HIER.

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