Stachelig

Sehr verehrte Leserinnen und sehr verehrte Leser. Euch ist nicht entgangen, dass ich diese Plattform seit geraumer Zeit schändlich vernachlässige. Nun, dieser Idee, die ich hatte, folgte selbstverständlich die Umsetzung, welche wiederum um ein Vielfaches höher ausfiel als angenommen. Wie das halt so ist mit Prototypen. Dank all dem Effort aber hat sich das POPUPSTUDIO seit Ende 2014 prächtig entwickelt und das Angebot an Kursen hat sich langsam aber sicher herumgesprochen. Dass die Werkstatt nach Oktober aufgelöst werden muss, ist schade, aber das Gebäude wird abgerissen. Ich freue mich sehr darauf, wieder mehr Muse und Zeit für den Blog zu haben. Nichtsdestotrotz möchte ich aber gerne auf meine während des Projektes entstandenen Objekte – von Hand aus Beton gegossen – hinweisen. Denn ebendiese befinden sich zurzeit im Schaufenster des hübschen Ladens Bits & Bobs im Kreis 3, wo sie auch gekauft werden wollen. Hier ein paar Ausschnitte und Detailansichten: 2016-09-19-19-04-02-2 2016-09-19-19-11-23-2 2016-09-18-14-12-17 2016-09-18-14-10-34-2 2016-09-18-14-12-47

Das git Wädli

Da treffe ich all diese 1000 Millionen Abklärungen für den jährlichen Sommerausflug des Institutes, für welches ich arbeite, und erinnere mich dabei an einen meiner Lieblingsfilme: triplettes-de-belleville

Stägeli uf, Stägeli ab

Und hier noch ein paar Bilder zu besagter Wanderung. Einer meiner Brüder hat letztes Wochenende den Schweizer Teil der Via Alpina beendet. Von Vaduz nach Montreux ist er gelaufen, mit 16kg auf dem Rücken, über Stock und Stein, bei jedem Wetter. Respekt. Ich als Schönwetterwanderin habe ihn auf der Etappe C12 begleitet, von der Griesalp nach Kandersteg. Das sind immerhin rund 15km und 1500 Höhenmeter. Meine Oberschenkel haben noch drei Tage lang gesurrt und gesungen. Aber es war die Anstrengung wert. Die Aussicht von der Blüemlisalp, auf fast 3000MüM, mit einer Instantsuppe und verkochter Pasta, unbezahlbar. Glücksgefühle pur. Bitte sehr: 1_anfahrt reichenbach 2_abmarsch griesalp Weiterlesen »

Mööggelä ii

So ein bis zweimal im Jahr habe ich genug Muse und Mut, mit Wasserfarbe zu hantieren. Weil Muse-Schrägstrich-Langeweile braucht es, um kreativ zu sein und Mut, um an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Damals als Kind in der Schule war das Fach Zeichnen nämlich nicht meins. Gar nicht. Nur mit grösster Mühe kriegte ich ungefähr das hin, was die Lehrer wollten. Nicht, dass ich mittlerweile zeichnen könnte, aber ich tu es einfach und dabei raus kommt doch manchmal etwas, das ganz ok ist. Zurzeit gibt es überall auf den Märkten Frühkartoffeln, die hervorragend schmecken. Ich habe hier auf dieser Plattform bereits erwähnt, dass ich Kartoffeln täglich geniessen könnte. So viele Arten, diese zuzubereiten. Als ich nun also letztes Wochenende mit meinen kleinen Brüderchen wandern war und wir abends todmüde am Öschinensee angekommen sind, standen da Brat-Häbeni auf der Karte. Das sind Bratkartoffeln und sie schmeckten HER.VOR.RA.GEND. Auch für mich sind Brat-Häbeni ein wöchentlicher Fastfood, den ich gerne mit bisschen Käse oder – jetzt gerade – mit Höckerli (Stangenbohnen) geniesse. Mein Rezept dazu: 2016_WasserfarbeRezept_BratHäbeni_i Das erste Wasserfarben Rezept (ohne Häbeni, dafür mit Kürbis) findet ihr HIER.

Sein Waschsalon

Ich liebe das Internet. Wobei eine gewisse Affinität als Bloggerin ja grundsätzlich vorhanden sein sollte. Ich bin aber kein Städtefan, sonst hätte ich wohl längst schon Berlin besucht. Und dort vielleicht auch dem Freddy Leck sein Waschsalon entdeckt. Nun, kürzlich landete ich wieder auf irgend einem japanischen Instagramprofil und bewunderte die abgebildeten Produkte. Der Name des Herstellers? Freddy Leck sein Waschsalon. Witzig, gäll? Jetzt ist auf der deutschen Webseite nicht ganz klar, wie genau dies ablief oder wer welche Rechte hält. Sicher ist, dass 2009 ein findiger japanischer Unternehmer Interesse an der Marke bekundete und seither schöne Produkte rund um das Waschen und die Waschküche in Japan herstellt und verkauft. NUR in Japan. Als grosser Fan von Gallseife wollte ich die hier abgebildete, toll verpackte erstehen, aber der Onlineshop ist mit Schriftzeichen gefüllt, die ich nicht entziffern kann. Bildschirmfoto 2016-07-24 um 13.22.14 Ich muss also erst bei einem japanischen Bekannten vorstellig werden, in der Hoffnung, dass der mir hilft, die Bestellung aufzugeben. Hoi Ryo? Ausserdem, und das war jetzt eine wahnsinnig lange Einleitung, aber passt halt so schön: am 28. August kommt die tolle Astrid Nigg aus dem schönen Toggenburg zu uns ins POPUPSTUDIO und leitet einen KURS IM SEIFEN MACHEN. Ich war im März bei ihr in einem Kurs und hatte riesig Spass. Ich freue mich sehr, Astrid nun für Zürich gebucht zu haben und hoffe, wir bringen ganz viele Leute zusammen. Mehr Info zum Kurs und der Link zur Anmeldung findet ihr HIER.

Sommerfrische

Ich liebe die Stadt im Sommer und freue mich wahnsinnig auf die Zeit der Schulferien. Dann hat es Platz im ÖV, auf den Strassen, in den Badis und das allgemeine Lebens- und Arbeitstempo scheint verlangsamt. Ein Volk, das mit zwei bis drei Monaten Hitze pro Jahr auskommen muss, kann zwar nicht zum lockeren Lebensstil der Südländer wechseln, aber wir tun unser Bestes. Jedes Jahr gibt es mindestens einen neuen einheimischen Glacéproduzenten, allpott eröffnet wieder ein Restaurant oder Café und all die Foodfestivals laden zum Verweilen. Wem die ganze Aufregung/Hysterie dann trotzdem bisschen viel wird, kann sich ganz einfach ausklinken und z.B. ins Appizöll fahren. In das Skihaus Osteregg bei Urnäsch. Auf knapp 1100müM. IMG_9014 Ist wunderschön dort oben: die Weiterlesen »

Anti Lädelisterben

Da hab ich doch vor Kurzem hier gross hupend diese neue Serie MACHERINNEN* angekündigt, gäll? Nun sind mir seither einige Plattformen begegnet, die in Etwa genau das machen. Also neue, junge, schöne und gescheite Unternehmen oder Menschen vorstellen. Da ich absolut gegen zweigleisig Fahren bin, stelle ich euch lieber gleich besagte Plattformen vor. Hier bitte:

ONEDAYPORTRAY.COM
Gegründet von Laura Brüllmann und Gabriella Hummel während ihres Journalismus Studiums. Bisher 18 Portraits in regelmässigen Abständen. Eine schön kuratierte Plattform mit vertiefter und interessanter Schreibe.

MARNO.CH
Gegründet von Noëmi-Lea Spörri und Marina Jung. Bisher 12 Portraits und drei Interviews. Sie vernetzen Schweizer Girlpower (wobei jetzt gerade diese Kategorie noch under construction ist) und wollen Frauen dazu inspirieren, ihren eigenen Weg zu gehen. Findi guät. Gescheite Beiträge, z.B. über die nach wie vor herrschende Lohnungleichheit in unserem Land.

SHOPLOCAL.CH
Gegründet von June von Bonin und Alain Leclerc von Bonin. Die Plattform fördert lokale Unternehmer, die einzigartige Shopping-Erlebnisse bieten. Es erzählt die Geschichten hinter den Unternehmern und Produkten. Noch etwas wenige, dafür aber ganz tolle Läden, die vorgestellt werden. Die Plattform soll konstant erweitert werden.

THEDESIGNPOT.NET
An online magazine dedicated to independent, affordable design and emerging creatives. Its motto is “Where design grows”. Das doch mal was für uns Stilnazis. Verschiedene Kreative tragen Artikel zur Plattform bei. Der erste Eindruck ist sehr professionell und lässt vermuten, dass hier gross und mit Weitsicht geplant wird.

KREISLAUF 4 + 5
Die Mutter aller Hipsterführer, sag ich mal, gehört erwähnt. Ursprünglich als Aufwerter an und um die Langstrasse gedacht, pulsieren die Stiladern mittlerweile von den Viaduktbögen bis in den Kreis 3. Feierte letzten Monat 10jähriges und ist ein solider Führer in dieser Stadt was Qualität anbelangt. Gegründet von René Grüninger (luschtiger Name, gä?). Wirkt ein kleines Bisschen entrückt aber verhebet total und ist mit riesig viel Herzblut gemacht. Der Führer ist elektronisch und als Buch gebunden erhältlich.

Bei allen obigen Plattformen finde ich super, dass sie kleine Unternehmen und/oder Einzelpersonen vorstellen, die sind nämlich sehr wichtig und der Leim einer jeden Gesellschaft. Gegen das Lädelisterben sozusagen. Was ich aber auch bei allen Plattformen vermisse, sind die alteingesessenen Zürcher Läden und Lokale. Ausser ein paar wenigen wie der Schwarzenbach oder das Odeon vielleicht, entsprechen diese nicht den momentanen ästethischen Vorgaben, waren und sind aber für diese Stadt ebenso wichtig wie alle Neuen. Es gibt sie nämlich noch, die Fachgeschäfte für Lebensmittel, Backware, Elektronik, Frisuren, Bücher und Haushalt. Was Lebensmittel abdeckt gibt es einen ganz tollen Führer: Zürich by Food. Darüber hab ich schon in meiner Bücherliste 2015 geschrieben und es ist – ihr erratet es – ein Büchlein und keine elektronische Plattform. Und deshalb wertvoll, weil es kleine feine, unbekannte Macher in der Stadt zusammenträgt. Deshalb gehört es hier in diesen Beitrag.

*MACHERINNEN: es könnte gut sein, dass ich zum Serienjunkie geworden bin, weil ich als Kind nie welche schauen durfte. Jedenfalls habe ich vor einem Jahr angefangen, Kuchen zu tauschen und dann vor Kurzem noch mit diesen Macherinnen. Jetzt aber finde ich, aus den zwei Serien darf gern eine werden. Ergo, werde ich meinen liebsten Programmierer bitten, dies zu tun, damit ich vielleicht doch noch über ein paar Weitere schreiben kann. Zum Beispiel über den schönsten Flohmi der Stadt. Was meinsch?